University of St.Gallen
research platform alexandria

Open Access an der Universität St Gallen

Der Senat der Universität St. Gallen hat am 15. Dezember 2008 ein 'Reglement zur Open Access Policy' verabschiedet. Dieses Reglement konkretisiert die Open Access Policy vom 12. Nov. 2007. Das Reglement gliedert sich in drei Teile: Allgemeine Bestimmungen, Pflichten und Rechte der Forschenden.

Freier Zugang: Der freie Zugang zu den an der Universität St. Gallen erbrachten Forschungsergebnissen sowie zu den damit einhergehenden Veröffentlichungen wird im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen gewährleistet und unterstützt.

Bereitstellung von bibliographischen Daten: Bibliographische Daten jedes durch Forschende der Universität St. Gallen erstellten finalen Manuskripts oder jeder Arbeitsversion eines Manuskripts sind auf dem institutionellen Archiv der Universität St. Gallen (Alexandria) zu veröffentlichen.

Sicherung der Verwertungsrechte: Die Forschenden sind verpflichtet, sich - soweit möglich - in den Verlagsverträgen ein nicht ausschliessliches Verwertungsrecht zur unentgeltlichen elektronischen Publikation ihrer Forschungsergebnisse auf dem institutionellen Archiv der Universität St. Gallen fest und dauerhaft vorzubehalten.

Bereitstellung von Volltexten: Volltexte sind auf dem institutionellen Archiv bereitzustellen, wenn das finale Manuskript bei einem Verlag zur Veröffentlichung akzeptiert wurde und der Verlag die Selbstarchivierung des "finalen Manuskripts" oder der "Arbeitsversion" zulässt.

Publikation nach dem Prinzip des freien Zugangs: Die Universität St. Gallen unterstützt ihre Forschenden bei Veröffentlichungen nach dem Prinzip des freien Zugangs.

Das Reglement und die Policy der Universität finden Sie unter:
www.alexandria.unisg.ch/uploads/documents/Reglement_Open_Access.pdf
www.alexandria.unisg.ch/uploads/documents/Open_Access_Policy.pdf



Hilfestellung für Autoren

Die Hauptbibliothek der Universität Zürich liess ein Rechtsgutachten zum Thema 'Open Access' von Prof. Dr. Reto Hilty und Dr. Matthias Seemann erstellen. Danach können wissenschaftliche Artikel spätestens 3 Monate nach Erscheinen vom Autor öffentlich hinterlegt, also Open Access gestellt werden, Zeitungsartikel sogar sofort. Dies ist auch bei ausländischen Verlagen zulässig.
Am einfachsten ist es, das akzeptierte Manuskript (post-print) einzustellen. Gemäss dem Gutachten von Hilty & Seemann kann aber auch die gedruckte Verlagsversion (ohne kennzeichenrechtlich geschützte Verlagslogos) verwendet werden.
Voraussetzung ist, dass keine anders lautenden urheberrechtlichen Vereinbarungen mit dem Verlag getroffen wurden und man alleiniger Autor ist. In letzterem Fall ist normalerweise die Zustimmung aller Autorinnen und Autoren nötig.
Auf der Homepage des Zürcher ZORA-Repositorys findet man neben dem vollständigen Gutachten (in deutsch, englisch oder französisch) auch eine Sammlung der häufigsten Fragen und Antworten (FAQ, ebenfalls mehrsprachig).

Die Position wichtiger Verlage zum Urheberrecht und Selbstarchivieren ist auf folgender Seite zu finden: www.sherpa.ac.uk/romeo

Ein Vertragszusatz zur Sicherstellung der nötigen Selbstarchivierungsrechte für internationale Verlage:
www.alexandria.unisg.ch/uploads/documents/SPARC_Access-Reuse_Addendum_v3.0.pdf
oder scholars.sciencecommons.org (Online-Version zum Ausfüllen)

Formbrief als Vorlage für Schweizer Verlage: Vertragszusatz CH-Verlage (.doc)

Mit der Forschungsplattform Alexandria bietet die Universität St. Gallen einen leistungsfähigen Server zum Selbstarchivieren der Forschungsartikel an.



Hintergründe zu Open Access

Als Hindernis für den schnellen Zugriff auf Forschungsergebnisse stellen sich immer wieder fehlende Lizenzen für wissenschaftliche Zeitschriften heraus. Damit wird nicht nur die rasche Verbreitung von Wissen, sondern auch die Forschung beeinträchtigt. Unter dem Stichwort "Open Access" hat sich in den letzten Jahren eine Bewegung etabliert, die den kostenfreien Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln für jede interessierte Person übers Internet ermöglichen möchte. Im Mittelpunkt stehen dabei jene Publikationen, die in rund 24.000 Fachzeitschriften (peer-review) weltweit erscheinen. Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, bieten sich zwei Vorgehensweisen an:

a) Die sogenannte "green road": Die Autorinnen und Autoren publizieren nach wie vor in den bekannten Fachzeitschriften (peer-reviewed), erhalten aber vom Verlag das Recht, eine Kopie ihres Artikels (pre-print oder post-print) selbst zu archivieren. Im Falle der Universität St. Gallen ist dies die Forschungsplattform Alexandria. Von grösster Bedeutung ist hier, dass das Recht zur Selbstarchivierung vom Verlag im Rahmen des Vertrags ausdrücklich bestätigt wird.

b) Die sogenannte "gold road": Die Autorinnen und Autoren publizieren ihre Forschungsergebnisse in Open Access – Zeitschriften. Diese Zeitschriften zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass I. keine Abonnementsgebühren erhoben werden, II. der kostenlose Zugang übers Internet gewährt wird, III. die AutorInnen für die Publikation bezahlen müssen, IV. das Copyright bei den AutorInnen verbleibt.

Betrachtet man die Umsetzbarkeit der beiden Vorgehensweisen, so wird deutlich, dass die Hürden für die Variante a) sehr viel tiefer liegen. Ein Grossteil der Verlage (mehr als 90 Prozent) erlaubt bereits das Selbstarchivieren der eigenen Publikation.
Bitte beachten Sie, dass das Selbstarchivieren vom Verlag vertraglich bestätigt werden muss!
Hingegen ist das Angebot an OA-Zeitschriften (Variante b) noch begrenzt, gerade mal 5% der wissenschaftlichen Zeitschriften werden als Open Access – Publikation angeboten. Mit einem raschen Wachstum ist hier nicht zu rechnen, da z.B. die Frage der langfristigen Finanzierbarkeit noch ungeklärt ist.

Weiterführende Informationen:

1. Schweizerischer Nationalfonds SNF - Dossier zu Open Access:
www.snf.ch/D/Aktuell/Dossiers/Seiten/open-access.aspx

2. Empfehlungen der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW (Checklisten, FAQ etc.):
www.sagw.ch/de/sagw/laufende-projekte/open-access.html

3. Deutsche Informationsplattform zu Open Access:
http://open-access.net

4. Verzeichnis der verfügbaren OA–Zeitschriften:
www.doaj.org

5. Historischer Überblick zu OA:
www.earlham.edu/~peters/fos/timeline.htm