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Bild und Wirtschaft

abstract In einer Welt, die immer stärker über Bilder kommuniziert, ist das Bild ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Bereits spricht man von einer „Visual Content Industry“ (Image Factory, Frosh, 2005). Reichweite, Wirkung, Strukturen und Prozesse dieser Industrie sind bis heute aber noch kaum systematisch untersucht worden. Bisher stand vielmehr die kreative Tätigkeit als wirtschaftlicher Bereich im Zentrum des Interesses. In einer Reihe von Studien der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (www.kulturwirtschaft.ch) wurden seit 2000 unter anderem die Kulturwirtschaft Schweiz und der Stadt Zürich im Detail untersucht. Ähnliche Untersuchungen existieren mittlerweile für andere europäische Städte und Regionen und die EU. Sie sind meist breiter angelegt und nach Branchen strukturiert. Das Bild als Wirtschaftsfaktor thematisieren sie aber nur indirekt.

In bewusster Neuorientierung und Abgrenzung gilt es somit, das Bild selbst als Rohstoff und Ware (Commodity) zu verstehen und ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses zu rücken. Paul Frosh argumentiert dies in seinem oben erwähnten Buch, dass „das industriell hergestellte visuelle Umfeld moderner Mediengesellschaften von der Vorstellung des Zuschauers als Konsument von Gütern und Dienstleistungen geprägt ist“. Dabei kann das Bild selbst eine Ware sein oder als Vermittler von Produkten und Leistungen wirken. Die Diskussion eines umfassenderen Verhältnisses zwischen Kultur und Wirtschaft geht bereits auf 1947 zurück als Theodor Adorno und Max Horkheimer in ihrer wegweisenden Untersuchung den Begriff der Kulturindustrie prägten.

Eine grosse Zahl von Bildkategorien waren seit jeher – und sind heute noch viel ausgeprägter – ökonomische Objekte. Bilder werden geplant, hergestellt, gelagert, nachgefragt, bearbeitet, bewertet, ausgetauscht, vervielfältigt, ge- und benutzt. Aus Sicht der Forschung ergeben sich zwei Ansätze: die Wirtschaft des Bildes und das Bild in der Wirtschaft. Diese stehen offensichtlich in Verbindung mit spezifischen kreativen Leistungen. Das Verhältnis der beiden Sichtweisen wird im Verlaufe der Untersuchung zu klären sein.

Der technologische Innovationsschub der letzten dreissig Jahre, Digitalisierung und Telekommunikation haben bestehende Entwicklungen beschleunigt und akzentuiert. Traditionelle Wertschöpfungsketten der betroffenen Industrien sind aufgebrochen und neu zusammengesetzt worden. Berufe sind verschwunden und neu entstanden. Insbesondere sind die mit Entwicklungen wie WEB 2.0 das vertraute Verständnis von Begriffen wie Produzent und Konsument in Bewegung geraten. Dies wird in den folgenden Überlegungen zu beachten sein.

Wie jedes ökonomische System wird auch die Bilderwirtschaft definiert durch Produzenten und Anbieter von Produkten und der damit direkt oder indirekt verbundenen Leistungen, durch Nachfrager und Nutzer, durch Märkte, durch Bewertungs- und Preissetzungsmechanismen, durch eine Infrastruktur und Logistik zur Unterstützung der Märkte sowie durch gesetzliche und normative Rahmenbedingungen, welche die ganzen Marktprozesse beeinflussen.
Austauschregeln, Produktspezifikationen sind Beispiele deskriptiver Kategorien einer Bilderwirtschaft. Unter dem Dach des Forschungsprojekts Bild und Wirtschaft sollen im Folgenden
grundlegende Konzepte, Prozesse und Strukturen sowie Rahmenbedingungen einer sich in vielfältiger Form manifestierenden Beziehung zwischen Bild und Wirtschaft untersucht werden.
   
keywords Eikones; Bildwirtschaft; Visual Content Industry
   
partner NCCR eikones (Basel), Fachhochschule Nordwestschweiz; Schweizerischer Nationalfonds
type fundamental research project
status interrupted
start of project 2008
end of project 2010
additional informations
topics Wirtschaft des Bildes; Bild in der Wirtschaft
methods Qualitative und quantitative Methoden; Inhaltsanalysen
contact Christian Fieseler