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Wirksamkeit von Arbeitgeberanreizen der Invalidenversicherung

Kurzfassung Menschen mit Behinderung haben oft Schwierigkeiten im ersten Arbeitsmarkt angestellt zu werden. Viele entwickelte Länder gewähren Lohnzuschüsse für Arbeitgeber um die Anstellung von Menschen mit Behinderung zu fördern. Deren Wirksamkeit ist jedoch weitgehend unklar. Der Zuschuss kann einerseits ein finanzieller Anreiz darstellen, welcher per se die Beschäftigung erhöhen kann. Andererseits kann er jedoch auch ein Signal für eine tiefere Qualität des Bewerbers sein (welcher dadurch auf eine Behinderung hinweisen muss), was Arbeitgeber von einer Anstellung abschrecken lässt.

Das Ziel dieser Studie ist die Evaluation des Gesamteffekts mithilfe eines sozialen Feldexperiments. In einer Pilot-Studie, durchgeführt im Jahr 2011, haben die Teilnehmenden zwei Arten von Bewerbungen geschrieben: (1) Normale Bewerbung ohne Hinweis auf einen Einarbeitungszuschuss von der Invalidenversicherung (IV), (2) normale Bewerbung mit Hinweis auf einen Einarbeitungszuschuss von der IV. Welche dieser Bewerbungen an den Arbeitgeber verschickt wurde, wurde zufällig bestimmt. Die Wirksamkeit des Einarbeitungszuschusses wird anhand der Unterschiede in den Einladungen zum Bewerbungsgespräch gemessen. Die Resultate der Pilot-Studie mit 233 Bewerbungen (von 39 Teilnehmenden) zeigen einen negativen Signal-Effekt. Jedoch gilt dies nur für Blind- bzw. Initiativbewerbungen, während es kein Unterschied bei Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen gibt.

Um den Signal-Effekt vom finanziellen zu isolieren, wiederholen wir zurzeit das Experiment, indem eine dritte Art der Bewerbung benutzt wird: Normale Bewerbung mit Hinweis auf generellen Support der IV. Dadurch wird auf eine Behinderung hingewiesen, jedoch nicht auf eine finanzielle Unterstützung. Ein Grund für das unterschiedliche Resultat bei Blindbewerbungen könnte darin liegen, dass sich die Teilnehmenden, welche solche Bewerbungen geschrieben haben, signifikant in manchen Eigenschaften unterscheiden von den Teilnehmenden, welche nur Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen geschrieben haben. Um darauf zu kontrollieren, wird jeder Teilnehmende beide Formen der Bewerbung schreiben. Resultate sollten im Sommer 2012 vorliegen.

Die Durchführung dieser Studie wird durch die Ernst Göhner Stiftung gefördert.

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Persons with a disability often face difficulties to find sustainable employment. Many developed countries provide subsidies to employers promoting the employment of people with a disability. However, its effectiveness remains unclear. The subsidy may be a financial incentive, which per se may increase employment, but may also signal lower quality of the applicant (who has to disclose a disability), which deter employers from hiring. The objective of the study is to evaluate the total effect using a social field experiment. In a pilot study from 2011, participants wrote two different types of job applications: (1) standard application without mentioning hiring subsidies paid by the disability insurance (DI), (2) standard application mentioning hiring subsidies paid by the DI. Which application was sent to the employer was randomized. The effectiveness of the hiring subsidy is measured by the difference in call-backs and invitations to interviews. Results from the pilot study with 233 applications (39 participants) show a negative signaling effect. However, this result only holds for unsolicited applications, while there is no effect for applications to advertised vacancies.

In order to isolate the signaling effect from the financial incentive effect, we are currently repeating the experiment using a third treatment: standard application mentioning general support from the DI, thereby disclosing a disability but no financial incentive. A reason for the different result for unsolicited applications may be that participants who wrote unsolicited applications may significantly differ in some characteristics from participants who only wrote applications to advertised vacancies. To control for this, every participant will write both forms of applications. Results are expected to be available in Summer 2012.

This study is supported by the Ernst Göhner Stiftung.
   
Schlagwörter (Tags) Bewerbung, Behinderung
   
Partner IV-Stelle St. Gallen
Typ angewandtes Forschungsprojekt
Status laufend
Projektstart 2010
Projektende 2012
Weitere Informationen
Themen Disability, Health, Labor Markets
Methoden Soziales Feldexperiment
Kontakt Eva Deuchert