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Wandel als Paradoxieentfaltung

abstract Das Projekt zur Fusion von zwei Pflegebereichen bei der Bildung eines Krankenhausverbundes war auf die Realisierung von Rationalisierungs- und Qualitätsgewinnen ausgerichtet und beinahaltete einen fundamentalen Wandelprozess. Dies erforderte vor allem in einem der beiden Pflegebereiche sowohl fachliche als auch organisatorische Veränderungen. Fachlich ging es vor allem um die Einführung und Angleichung entsprechender Standards. Aus Organisationssicht hatte der Wandelprozess zum Ziel, die Führungsarbeit und die Kommunikations­strukturen auf den Ebenen von Stations- und Pflegleitung zu stärken. Trotz Ressourcenverknappungen konnte zwar der Pflegebetrieb noch aufrechterhalten werden. Jedoch sank zunehmend die Möglichkeit, mit der fortlaufend erforderlichen Wissensentwicklung Schritt zu halten. Die Kritik an der pflegerischen Arbeit häufte sich, die Mitarbeitenden waren vermehrt überlastet, und häufiges Improvisieren untergrub einen halbwegs berechenbaren Arbeitsalltag. Die erforderlichen Abstimmungen zwischen den Stationen und mit anderen Bereichen verlagerten sich unmerklich auf informelle Netzwerke. Der traditionell der Ärzteschaft hierarchisch unterstellte Pflegebereich wurde zunehmend unführbar.

Vor diesem Hintergrund wurde ein tief greifender Veränderungsprozess in Angriff genommen, um neben den fachlichen Themen vor allem die Führung und Kommunikation in diesem Pflegebereich zu stärken. In der Veränderungspraxis standen die Verantwortlichen vor der Paradoxie, dass Führung und Kommunikation nötig waren, um Führung und Kommunikation zu entwickeln. Anders formuliert erfordert und behinderte der damals gegenwärtige Organisationsalltag das Veränderungsvorhaben.

Wie, mit Hilfe welcher kommunikativer Praktiken, dieser Zirkelschluss erfolgreich gehandhabt worden ist, ist die leitende Forschungsfrage dieses Projektes. Das Erkenntnisinteresse fokussiert darauf, explorativ und verstehend zu rekonstruieren, wie sich komplexe Veränderungsprozesse in einer ebenfalls hoch komplexen Organisation mit einer hoch anspruchsvollen Wertschöpfung entwickeln.
   
keywords Organisationaler Wandel, Strategische Inititiative, Krankenhaus, Praktik
   
partner
type applied research project
status completed
start of project 2004
end of project 2006
additional informations
topics Praktiken des Umgangs mit Paradoxien in tiefgreifenden Wandelprozessen
methods Qualitative Methoden (halbstrukturierte Interviews, ethnographische Begleitforschung, nicht-teilnehmende Beobachtung, Dokumentenanalyse)
contact Silke Verena Bucher