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Mensch und Manager in einer globalisierten Wirtschaftskultur

abstract Mensch und Manager in einer globalisierten Wirtschaftskultur

Das persönliche Ressourcen-Management von Führungskräften gewinnt vor dem Hintergrund der globalisierten Wirtschaft an Bedeutung. Von international tätigen Managern wird verlangt, umfassend flexibel, mobil und einsatzfähig zu sein. Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Berufs- und Privatleben, vor allem aber auf das Verhältnis zwischen beiden Lebensformen.
Die Lebens- und Arbeitsformen, die aus einer globalisierten Wirtschaftskultur und den aus ihr resultierenden Erwartungshaltungen an Manager hervorgehen, zeitigen Konsequenzen: Führungskräfte fühlen sich zunehmend vom eigenen Unternehmen entfremdet, ihre Einsatzbereitschaft und ihr Identifika-tionspotenzial mit dem Unternehmen sinken mit zunehmender Belastung, immer mehr Führungskräfte leiden unter dem Burn-out-Syndrom und müssen sich langfristig medizinisch und psychologisch helfen lassen, Paar-Beziehungen werden zu LAT-Beziehungen ("Living apart together").

Persönliches Ressourcenmanagement ist daher bei Führungskräften ein aktuelles und entscheidendes Thema. Der langfristige Erhalt der Leistungsfähigkeit von Managern hängt wesentlich von der persönlichen Work-Life-Balance ab. Die Rückkehr zu Ruhe- und Konzentrationsphasen, der Wechsel zwischen verschiedenen Informationswegen und Kommunikationsformen, die Aneignung bewusster Strategien und Formen des bewussten Lebens in Beruf und Freizeit gehören zu den Möglichkeiten, die sich zunehmender Akzeptanz auch bei Top-Führungskräften erfreut. Dabei spielen Familie und Freunde aber auch gesundheitliche Massnahmen und andere "Erholungsinseln" eine wichtige Rolle.

Das =mcminstitut untersucht aktuell die Sinn- und Lebensräume von Top-Führungskräften, die als Freiräume für Kreativität, Besinnung und Entscheidungsvorbereitung dienen. Dabei stehen 5 Kernfragen im Zentrum:

1. Welches sind die gravierenden Auswirkungen eines globalisierten Managerlebens auf Beruf und Freizeit und welche sinn- und werteorientierten Gegenbewegungen lassen sich bei Top-Führungskräfte identifizieren?

2. Dient der identifizierbare Sinn- und Wertediskurs unter Managern eher der pragmatischen Alltagsbewältigung im Berufsumfeld (Fragen des Gesundheitsmanagement in Verbindung mit Mitarbeiterau-tonomie und Selbstverwirklichung) oder ist darin auch ein spiritueller "Selbstzweck" verbunden mit Wertekonzepten (z.B. ganzheitliche Führung) erkennbar?

3. Wie verändert sich die persönliche Einstellung von Managerinnen und Managern zu diesem Sinn- und Wertediskurs im Verlaufe des individuellen und persönlich reflektierten Berufs- und Entwicklungswegs?

4. Wie verorten sich Managerinnen und Manager heute selbst in dem Identitätsspielraum zwischen einem handlungsrelevanten Wertehorizont mit abgeleiteten Verhaltensweisen (z.B. Meditation) auf der einen Seite und materiellen Treibern (Geld, Statussymbole) in Verbindung mit den typischen Erfolgskriterien der notwendigen Effizienz und Effektivität auf der anderen Seite?

5. Lassen sich auf dieser Skala Anzeichen für einen Paradigmenwechsel von materiellen und strukturellen zu immateriellen und sozialen Wertorientierungen erkennen?

Eine wissenschaftlich fundierte und durch qualitative und quantitative Befragungen abgesicherte Studie zu diesen fünf Fragestellungen erlaubt es, den Wandel in den Anforderungen an Führungskräfte in Zeiten der Globalisierung zu identifizieren und Gegenbewegungen, Ausgleichsbestrebungen sowie einen übergeordneten Wertewandel zu identifizieren und in einen gesellschaftlich relevanten Kontext einzuordnen.
   
keywords CSR, Work-Life-Balance, Persönliches Ressourcen-Management
   
partner
type fundamental research project
status ongoing
start of project 2007
end of project 2008
principal Identity Foundation
additional informations
topics CSR, Reputation, Work-Life-Balance, Werte
methods Qualitative und quantitative Befragung
contact Michael Etter