University of St.Gallen
research platform alexandria
search publications
browse publications
by person
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
by year

Neue, hybride Formen der Beherbergung - Implikationen für Raumplanung, Destinationsentwicklung und Investoren

abstract Der vorliegende Bericht ist das Resultat konzeptioneller Vorarbeiten der Autoren und eines Workshops (Teilnehmer vgl. Kap. 4.2) vom 01. Juni 2007 in Bern, durchgeführt vom Schweizer Tourismus-Verband auf Initiative von Thomas Bieger (Geschäftsführender Direktor des Instituts für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus der Universität St. Gallen), Jean-Michel Cina (Regierungsrat des Kantons Wallis) und Mario Lütolf (Direktor Schweizer Tourismus-Verband).

Die Beherbergungsbranche befindet sich derzeit international in einem fundamentalen Wandel. Es entstehen neben den klassischen Formen von Übernachtungsformen (Hotels und Zweitwohnungen) immer mehr neue, hybride Formen der Beherbergung (Mischformen zwischen klassischer Hotellerie und Parahotellerie). Damit verbunden sind oft auch - neben der klassischen Eigenkapital- und Hypothekenfinanzierung - alternative Formen der Finanzierung. Diese zeichnen sich vor allem durch Internationalisierung der Kapitalgeber aus: Weltweit kann infolge der Verfügbarkeit grosser Vermögen der Babyboomer eine wachsende Nachfrage nach Immobilieninvestitionen beobachtet werden. Dieser Boom scheint zunehmend auch vor der Schweiz nicht Halt zu machen: Projekte von Orascom in Andermatt, Walensee von Landahl mit EPS Projektentwicklung in Unterterzen, Grischalpina von Marco Hartmann Projektentwicklung in Graubünden oder auch Transmontagne oder Pierre et Vacances an verschienenden Standorten im Wallis zeugen davon.
Eine Partizipation der Schweiz an diesem Boom, welcher vor allem zu Gunsten des Saisontourismus ist, liegt nahe. Insbesondere in den Bergen besteht ein zunehmender Bedarf an modernen (neuen) warmen Betten als Nachfragegrundlage für verschiedene Anbieter touristischer Aktivitäten (insbesondere Bergbahnen); damit besteht auch der Landbedarf für Investitionen (in neue Formen) von Beherbergungsstrukturen. Dem gegenüber stehen die nachvollziehbaren Widerstände gegen eine überbordende Bautätigkeit, insbesondere im Falle des Zweitwohnungsbaus. In Verbindung mit dem Einsatz internationalen Kapitals, welches ausländische private Investoren in vielen Fällen zu Wohneigentümern in der Schweiz machen würde, entstehen darüber hinaus Konflikte mit der Lex Koller.
Die mit hybriden Beherbergungsalternativen verbundene Auflösung starrer Bewirtschaftungsmodelle eröffnet jedoch neue Wege für Geschäftsmodelle im Beherbergungsbereich und der Destinationsentwicklung. Diese Entwicklung steht aber in einer komplexen wechselseitigen Beziehung mit der Raumplanung und aufgrund der internationalen Finanzierung solcher Objekte auch mit der Lex Koller.

Mit dem Eintritt neuer Formen und Anbieter steigt der Anpassungsdruck; die rechtlichen und damit wirtschaftlichen Möglichkeiten hierzu sind jedoch immer noch stark limitiert, weshalb Schweizer Destinationen nur eingeschränkt an der internationalen Entwicklung partizipieren können.
Das vorliegende Thesenpapier diskutiert deshalb Möglichkeiten und deren Implikationen,
•wie der der momentane Investitionsboom und Anlagebedarf für Schweizer Destinationen in möglichst nachhaltige Beherbergungsformen geleitet werden kann;
•wie Investitionen in möglichst bewirtschaftete und auf maximale Kaufkraft ausgerichtete Beherbergungskapazitäten maximiert werden können;
•welche Folgen hieraus auf Raumplanung und Destinationsentwicklung zu ziehen sind.
   
type discussion paper (Deutsch)
   
keywords Beherbergung, Geschäftsmodelle, Raumplanung, Destinationsentwicklung
   
date of appearance 31-7-2007
publisher IDT-HSG (St. Gallen)
page(s) 23
review not reviewed
   
citation Bieger, T., & Laesser, C. (2007). Neue, hybride Formen der Beherbergung - Implikationen für Raumplanung, Destinationsentwicklung und Investoren. St. Gallen: IDT-HSG.