University of St.Gallen
research platform alexandria
search publications
browse publications
by person
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
by year

Eine ökonomische Analyse einer angedachten "Bonussteuer" auf Vergütungen über bestimmte Millionenbeträge

abstract Im Zusammenhang mit der Volksinitiative „gegen die Abzockerei“ wurde in der Politik während Jahren die Idee einer sogenannten „Bonussteuer“ diskutiert. Demnach sollen Vergütungen an Verwaltungsräte, Geschäftsleitungsmitglieder und andere Arbeitnehmer/innen, soweit sie drei Millionen Franken pro Person und Jahr übersteigen, steuerlich nicht mehr als geschäftsmässig begründeter Aufwand gelten und damit der Gewinn- und Kapitalsteuer unterworfen sein.

Der vorliegende Artikel analysiert die voraussichtlichen Lenkungseffekte der „Bonussteuer“ anhand eines einfachen grafischen Modells aus der Finanzwissenschaft. Er kommt zum Schluss, dass der von den Befürwortern erhoffte Lenkungseffekt kaum eintreten wird. Die Steuer wird gerade bei jenen Unternehmen, deren Vergütungen nicht marktgerecht sind, nicht zu einem Rückgang der Vergütungen führen. Auch marktkonforme Vergütungen, welche drei Millionen Franken übersteigen, dürften kaum zurückgehen, weil die meisten Führungskräfte, die so hohe Vergütungen erwarten können, international mobil und aufgrund ihrer Fähigkeiten für die Unternehmen praktisch unverzichtbar sind. Beides macht es den Unternehmen unmöglich, die Steuerlast auf die Vergütungsempfänger abzuwälzen. Darüber hinaus können mit der „Bonussteuer“ nicht jene Unternehmen „bestraft“ werden, welche sehr hohe Vergütungen entrichten, denn Unternehmenssteuern – also auch die „Bonussteuer“ – werden wirtschaftlich nicht vom „Unternehmen“ getragen, sondern von den natürlichen Personen, welche mit dem Unternehmen direkt oder indirekt in einer wirtschaftlichen Beziehung stehen. Die „Bonussteuer“ würde letztlich also von Anspruchgruppen wie Aktionäre, Gläubiger, Arbeitnehmer, Lieferanten oder Kunden getragen.
   
type journal paper
   
keywords Steuerrecht, Bonussteuer, Corporate Governance, Lenkungssteuer, Ökonomische Analyse des Rechts
   
project Boardroom Policy: Towards a More Rigorous Evaluation of the Rules Governing Corporate Boards
language Deutsch
kind of paper journal article
date of appearance 8-2012
journal ZBJV
publisher Stämpfli Verlag (Bern)
ISSN 0044-2127
volume of journal 148
number of issue 7/8/2012
page(s) 531-548
review internal review
   
citation Häusermann, D. M. (2012). Eine ökonomische Analyse einer angedachten "Bonussteuer" auf Vergütungen über bestimmte Millionenbeträge. ZBJV, 148(7/8/2012), 531-548.