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Der völkerrechtliche Status des Süsswassers

abstract „Wir haben das Recht, mit unserem Wasser zu tun oder zu lassen, was uns beliebt. Der Schnee, der auf unsere Berge fällt, gehört nicht den Arabern. Dieses Wasser ist unser Wasser. Das Öl gehört dem, der Öl hat, und das Wasser gehört dem, der Wasser hat“.

Diese Aussage des türkischen Premierministers Süleiman Demirel weist auf ein Grundproblem des geltenden Völkerrechts hin, das die wissenschaftliche wie praktische Diskussion der nächsten Jahrzehnte prägen wird. Angesichts der zunehmenden Wasserknappheit auf der Erde sowie der Eigenschaft des Wassers als Lebensressource muss geklärt werden, welche Rechte an und auf Wasser existieren (wem „gehört“ das Wasser), wie dieses zu verteilen ist und welche Pflichten sich aus der staatlichen Verfügungsgewalt über Wasserressourcen ergeben. Die meisten dieser Fragen sind völkerrechtlich nicht geklärt. Zwar existieren mehrere tausend Verträge zur Wassernutzung. Auch die Literatur zum Thema Völkerrecht und Wasser ist unübersehbar. Praxis und Wissenschaft haben jedoch nur ein gewässerbezogenes (kein wasserbezogenes!) Völkerrecht entstehen lassen. Die Fragen nach der Verteilung des Süsswassers, nach den daran bestehenden Rechten und den damit verknüpften Pflichten der Staaten, sind weder Gegenstand völkerrechtlicher Verträge noch umfassender Forschungsarbeiten.

An diesem Punkt setzt das geplante Vorhaben an. Gegenstand der Untersuchung ist das Süsswasser als Lebensressource. Mit einzubeziehen sind dabei alle Formen und Aggregatzustände des Wassers, um seinen Besonderheiten, seiner Multifunktionalität und den neuen technischen Möglichkeiten zur Süsswassergewinnung Rechnung zu tragen. Bewusst aussen vor gelassen wird der menschenrechtliche Aspekt, da das Forschungsprojekt die Beantwortung bislang ungeklärter Fragen anstrebt. Diese liegen nicht so sehr im Bereich der Menschenrechte, sondern bei den staatlichen Wasserrechten und -pflichten. Angelegt ist das derzeiut unter Anschubfinanzierung des Grundlagenforschungsfonds laufende Vorhaben als langjähriges Forschungsprojekt. Ziel ist es, ein umfassendes Forschungsgesuch bei einer oder mehreren der grossen Forschungsfördereinrichtungen einzureichen.
   
keywords Wasser, Völkerrecht, staatliche Rechte und Pflichten
   
partner
type fundamental research project
status completed
start of project 2007
end of project 2007
additional informations
topics Völkerrechtlicher Status des Süsswassers, staatliche Verfügungsgewalt über Wasser in seinen verschiedenen Aggregatzuständen, damit einhergehende Nutzungs-, Schutz- und Kooperationsrechte wie -pflichten
methods Analyse von Verträgen und Staatenpraxis, Herausarbeitung alter wie neuer Wasserverteilungs- und nutzungsprobleme sowie Erarbeitung entsprechender Lösungsvorschläge
contact Kerstin Odendahl