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Industriehanf als umweltverträgliche Ergänzung und Alternative zur Baumwolle

abstract - Potenzial von Hanftextilien -

Das Transferzentrum für Technologiemanagement (TECTEM) der Universität St. Gallen führt, basierend auf einem KTI-Forschungsprojekt, eine Studie zum Thema “Industriehanf als umweltverträgliche Ergänzung und Alternative zur Baumwolle“ durch. Ziel der Studie ist es, das Potenzial von Hanftextilien im Schweizer Markt zu eruieren.

In der vorliegenden Studie geht es nicht alleine darum, Potenziale von Stoffen aus 100% Hanf zu untersuchen, sondern die vorliegende Studie hat auch Produkte im Fokus, welche aus Fasergemischen (z.B. Hanf und Lyocell, Baumwolle oder Seide, etc.) hergestellt werden. Durch das Mischen von Fasern können die Eigenschaften unterschiedlicher Materialien kombiniert werden. So kann bei einem Hanf-Lyocellgemisch die Eigenschaft des Hanfs einbezogen werden, sodass die daraus hergestellten Stoffe sehr formstabil bleiben. Vorteil einer Zumischung von Lyocell, Baumwolle oder Seide ist, dass Garnfeinheiten erreicht werden können, die mit Hanf alleine kaum möglich sind. Ziel der Forschung sind reine Hanfgarne bis mindestens 50 tex (Nm 20) und Mischgarne bis zu 20 tex (Nm 50). Mit den reinen Hanfgarnen könnten dadurch Jeans und Flachstrickpullover hergestellt werden. Mit den Mischgarnen sollte es möglich sein in den Bereich eines normalen T-Shirts resp. Unterwäschestoffs vorzustossen.

Die Nachfrage nach Textilien steigt weltweit stetig an. Der Anbau von Baumwolle, welche heute der meist verwendete nachwachsende Rohstoff in der Herstellung von Textilien ist, benötigt überdurchschnittlich viel Ackerfläche und Wasser. Da Baumwolle hauptsächlich in sehr warmen Regionen angepflanzt wird, kann deren Bewässerung in Konkurrenz zur Trinkwasserversorgung der dortigen Bevölkerung stehen. Abgesehen von einem kleinen Biosegment erfolgt der Anbau von Baumwolle mit Hilfe eines hohen Insektizideinsatzes (mehr als 10 Spritzungen pro Jahr) und/oder des Einsatzes genetisch veränderter Pflanzen.

Die Herstellung von Hanf erfolgt vergleichsweise umweltschonend. Traditionell stammt die Pflanze aus unseren Breitengraden und ist auf unsere klimatischen Bedingungen angepasst. Hanf muss nicht zusätzlich bewässert werden und weist pro Fläche höhere Fasererträge auf als Baumwolle. Somit bringt der Anbau von Hanf in unseren Breitengraden die folgenden Vorteile mit sich: weniger Ressourceneinsatz in Bezug auf Wasser und Boden, geringerer Hilfsstoffeinsatz in der Produktion, geringere Transportwege des Rohstoffes und Schaffung/Sicherung von Arbeitsplätzen in der schweizer Landwirtschaft. Der verringerte Ressourceneinsatz wird insbesondere in Zukunft an Bedeutung gewinnen, wenn Ackerland weltweit knapper wird und der Bedarf an Textilien weiter ansteigt.

Im Gegensatz zu Baumwolle besitzen Hanffasern (ohne Zusatz von Chemikalien oder künstlichen Fasern) positive Eigenschaften wie einen hohen UV-Schutz. Sie sind schmutzresistenter, nehmen weniger Geruch auf als Baumwolle und wirken im Sommer kühlend. Zusätzlich verfügen Hanftextilien über die selben Eigenschaften wie Leinen in Bezug auf eine hohe Wider-standsfähigkeit, eine gute Feuchtigkeitsaufnahme und Hautverträglichkeit.
   
keywords Hanf, Hanftextilien, textiler Rohstoff, Bio-/Naturfasern
   
homepage http://www.item.unisg.ch/org/item/tectemw.nsf/wwwPubInhal...
partner Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART
type applied research project
status ongoing
start of project 2008
end of project 2008
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