Essays in Development Economics
Type
doctoral thesis
Date Issued
2021
Author(s)
Abstract
This dissertation comprises three contributions in development economics. Using geocoded data, ethnic stratification, social conflict, favoritism and local aid effectiveness in Africa are studied. Chapter 1 conjectures that mistrust and social conflict in a society may depend on ethnic stratification, i.e., the extent to which the hierarchy in socio-economic positions across individuals follows ethnolinguistic lines. This chapter defines and axiomatically characterizes an index of ethnic stratification that generalizes the idea of between-group inequality to situations where data on economic and ethnolinguistic distances between pairs of individuals is available. It uses Afrobarometer survey data to measure ethnic stratification at the level of towns and villages in 26 ethnically diverse African countries. It shows that ethnic stratification is negatively related to trust in relatives, neighbors and other acquaintances, and positively related to nearby conflicts. These findings shed new light on the debate about the merits of conflict and contact theory. Chapter 2 conducts a systematic study of favoritism by cabinet members in Africa with continent-wide coverage (47 countries). For this purpose, birthplace information for all cabinet members between 2001 and 2014 was hand-collected. This chapter provides causal evidence of favoritism by health ministers. First, administrative regions receive more World Bank health aid when a region-born health minister is in office. Second, neonates and infants are less likely to die when the current health minister originates from their region. However, the reduction in mortality is not associated with increased health aid, implying that health ministers' favoritism also occurs through other channels. Chapter 3 studies whether World Bank health aid can improve health outcomes at the local level. Exploiting geocoded data on the location of projects and on individual-level health outcomes, it investigates whether health-related World Bank projects reduce infant mortality at the local level in 25 African countries. This chapter shows that children born close to health-related World Bank projects are less likely to die before their first birthday than their siblings born before any health projects are implemented in their vicinity. It studies whether this effect is higher where the need for aid is higher and institutions stronger. The results suggest that health aid is more effective in more disadvantaged subnational areas but not in poorer countries. No evidence is found that the effect of health projects is higher in subnational regions or countries with stronger institutions.
Abstract (De)
Die vorliegende Dissertation umfasst drei Beiträge zur Entwicklungsökonomie. Ethnische Stratifkation, soziale Konfikte, Vetternwirtschaft und die lokale Efektivität von Entwicklungshilfe in Afrika werden mithilfe von geocodierten Daten untersucht.
Kapitel 1 befasst sich mit der Frage, ob Misstrauen und soziale Konfikte von ethnischer Stratifkation – dem Ausmass, in welchem die Hierarchie in sozio-ökonomischen Positionen zwischen Individuen ethnolinguistischen Trennlinien folgt – abhängen. Das Kapitel defniert und charakterisiert axiomatisch einen Index für ethnische Stratifkation. Dieser Index verallgemeinert das Konzept von Ungleichheit zwischen Gruppen zu Situationen, in welchen Daten zu ökonomischen und ethnolinguistischen Distanzen zwischen Individuen vorhanden sind. Umfragedaten von Afrobarometer werden verwendet, um ethnische Stratifkation in Städten und Dörfern in 26 afrikanischen Ländern zu messen. Es wird gezeigt, dass ethnische Stratifkation negativ mit Vertrauen in Verwandte, Nachbarn, und andere Bekannte zusammen hängt, und positiv mit gewaltsamen Konflikten. Diese Resultate werfen neues Licht auf die Konfikt- und Kontakttheorien.
Kapitel 2 beleuchtet das Ausmass von Vetternwirtschaft in 47 afrikanischen Ländern und untersucht, ob Minister ihre Herkunftsregionen bevorzugen. Zu diesem Zweck wurden Informationen zu den Geburtsregionen der Minister zwischen 2001 und 2014 gesammelt.
Dieses Kapitel zeigt kausale Evidenz für Vetternwirtschaft. Erstens erhalten administrative Regionen mehr gesundheitsbezogene Hilfsgelder von der Weltbank, wenn der aktuelle Gesundheistminister von dieser Region stammt. Zweitens sterben Neugeborene und Kleinkinder, welche in derselben Region wie der Gesundheitsminister geboren wurden, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit. Die Mortalitätsreduktion kann nicht durch Gesundheitsgelder der Weltbank erklärt werden, was darauf hindeutet, dass Gesundheitsminister auch andere Ressourcen in ihre Geburtsregion lenken können.
Kapitel 3 untersucht, ob gesundheitsbezogene Weltbankprojekte Säuglingssterblichkeit reduzieren. Dazu werden geocodierte Daten zur Position von Projekten und Umfragedaten zum Gesundheitszustand von Individuen kombiniert. Das Kapitel zeigt, dass Kinder, welche in der Nähe von aktiven Gesundheitsprojekten geboren wurden, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit vor dem ersten Geburtstag sterben als ihre Geschwister, welche vor dem Start des ersten Projekts geboren wurden. Das Kapitel untersucht zusätzlich, ob dieser Effekt in subnationalen Regionen und Ländern grösser ist, in denen ein grösserer
Bedarf für Hilfsgelder besteht und Institutionen stärker sind. Die Resultate deuten darauf hin, dass Gesundheitsgelder in benachteiligten Regionen effektiver sind, aber nicht in ärmeren Ländern. Es wird keine Evidenz dafür gefunden, dass Gesundheitsprojekte in Regionen und Ländern mit stärkeren Institutionen einen grösseren Effekt haben.
Kapitel 1 befasst sich mit der Frage, ob Misstrauen und soziale Konfikte von ethnischer Stratifkation – dem Ausmass, in welchem die Hierarchie in sozio-ökonomischen Positionen zwischen Individuen ethnolinguistischen Trennlinien folgt – abhängen. Das Kapitel defniert und charakterisiert axiomatisch einen Index für ethnische Stratifkation. Dieser Index verallgemeinert das Konzept von Ungleichheit zwischen Gruppen zu Situationen, in welchen Daten zu ökonomischen und ethnolinguistischen Distanzen zwischen Individuen vorhanden sind. Umfragedaten von Afrobarometer werden verwendet, um ethnische Stratifkation in Städten und Dörfern in 26 afrikanischen Ländern zu messen. Es wird gezeigt, dass ethnische Stratifkation negativ mit Vertrauen in Verwandte, Nachbarn, und andere Bekannte zusammen hängt, und positiv mit gewaltsamen Konflikten. Diese Resultate werfen neues Licht auf die Konfikt- und Kontakttheorien.
Kapitel 2 beleuchtet das Ausmass von Vetternwirtschaft in 47 afrikanischen Ländern und untersucht, ob Minister ihre Herkunftsregionen bevorzugen. Zu diesem Zweck wurden Informationen zu den Geburtsregionen der Minister zwischen 2001 und 2014 gesammelt.
Dieses Kapitel zeigt kausale Evidenz für Vetternwirtschaft. Erstens erhalten administrative Regionen mehr gesundheitsbezogene Hilfsgelder von der Weltbank, wenn der aktuelle Gesundheistminister von dieser Region stammt. Zweitens sterben Neugeborene und Kleinkinder, welche in derselben Region wie der Gesundheitsminister geboren wurden, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit. Die Mortalitätsreduktion kann nicht durch Gesundheitsgelder der Weltbank erklärt werden, was darauf hindeutet, dass Gesundheitsminister auch andere Ressourcen in ihre Geburtsregion lenken können.
Kapitel 3 untersucht, ob gesundheitsbezogene Weltbankprojekte Säuglingssterblichkeit reduzieren. Dazu werden geocodierte Daten zur Position von Projekten und Umfragedaten zum Gesundheitszustand von Individuen kombiniert. Das Kapitel zeigt, dass Kinder, welche in der Nähe von aktiven Gesundheitsprojekten geboren wurden, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit vor dem ersten Geburtstag sterben als ihre Geschwister, welche vor dem Start des ersten Projekts geboren wurden. Das Kapitel untersucht zusätzlich, ob dieser Effekt in subnationalen Regionen und Ländern grösser ist, in denen ein grösserer
Bedarf für Hilfsgelder besteht und Institutionen stärker sind. Die Resultate deuten darauf hin, dass Gesundheitsgelder in benachteiligten Regionen effektiver sind, aber nicht in ärmeren Ländern. Es wird keine Evidenz dafür gefunden, dass Gesundheitsprojekte in Regionen und Ländern mit stärkeren Institutionen einen grösseren Effekt haben.
Language
English
Keywords
Entwicklungsökonomie
Sozialer Konflikt
Nepotismus
Entwicklungshilfe
Gesundheit
EDIS-5085
HSG Classification
not classified
HSG Profile Area
None
Publisher
Universität St. Gallen
Publisher place
St.Gallen
Official URL
Subject(s)
Additional Information
Föllmi, Reto (Dissertationskomitee)
Eprints ID
262395
File(s)![Thumbnail Image]()
Name
Dis5085.pdf
Size
2.69 MB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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