"Dritte Mission" als Nebeneffekt gängiger Tätigkeiten: Überlegungen aus ethnografischer Sicht zum Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis
Type
book section
Date Issued
2020
Author(s)
Abstract (De)
Ethnografie ist ein wichtiges Beispiel für eine Forschungstradition, in der zentrale Aspekte der ‘dritten Mission’ bereits jetzt zum Tragen kommen, auch wenn es sich dabei mitunter um einen Nebeneffekt handelt. Der reichhaltige Erfahrungsschatz der Ethnografie kann dabei helfen, den Herausforderungen vorausschauend entgegenzutreten, die sich aus der gegenwärtigen Professionalisierung der ‘dritten Mission’ ergeben. Das gilt auch für die Lehre.
Die neu entstehenden Lern-Lehr-Transfer-Konstellationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie neue Anreizstrukturen ins Wissenschaftssystem einführen und eine dritte Kategorie von Personen ihre eigenen Bewertungskriterien in das Zusammenspiel aus Lernenden und Lehrenden einbringen kann. Diese neuen Bewertungskriterien dürfen die bestehenden Bewertungskriterien nicht an den Rand drängen, wenn universitäre Prozesse nicht verstärkt von außen gelenkt werden sollen.
Ein wichtiger Schluss, der sich aus den vorhandenen Erfahrungen mit der ‘dritten Mission’ als Nebeneffekt gängiger Tätigkeiten ziehen lässt, ist, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jederzeit die Möglichkeit haben sollten, sich auch wieder zurückzuziehen und eine (kritische) Distanz zu ‘der Praxis’ zu bewahren. Eine wichtige Voraussetzung hierfür wäre, dass Tätigkeiten im Bereich der ‘dritten Mission’ flexibel erbracht werden können und dass keine finanziellen Abhängigkeiten entstehen. ‘Dritte Mission’ und Transfer dürfen kein Selbstzweck sein, der ein unkontrolliertes Eigenleben entwickelt und für Forschende zu einer unausweichlichen Verpflichtung wird.
Die neu entstehenden Lern-Lehr-Transfer-Konstellationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie neue Anreizstrukturen ins Wissenschaftssystem einführen und eine dritte Kategorie von Personen ihre eigenen Bewertungskriterien in das Zusammenspiel aus Lernenden und Lehrenden einbringen kann. Diese neuen Bewertungskriterien dürfen die bestehenden Bewertungskriterien nicht an den Rand drängen, wenn universitäre Prozesse nicht verstärkt von außen gelenkt werden sollen.
Ein wichtiger Schluss, der sich aus den vorhandenen Erfahrungen mit der ‘dritten Mission’ als Nebeneffekt gängiger Tätigkeiten ziehen lässt, ist, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jederzeit die Möglichkeit haben sollten, sich auch wieder zurückzuziehen und eine (kritische) Distanz zu ‘der Praxis’ zu bewahren. Eine wichtige Voraussetzung hierfür wäre, dass Tätigkeiten im Bereich der ‘dritten Mission’ flexibel erbracht werden können und dass keine finanziellen Abhängigkeiten entstehen. ‘Dritte Mission’ und Transfer dürfen kein Selbstzweck sein, der ein unkontrolliertes Eigenleben entwickelt und für Forschende zu einer unausweichlichen Verpflichtung wird.
Language
German
Keywords
Dritte Mission
Transfer in der Lehre
Ethnografie
HSG Classification
contribution to education
HSG Profile Area
SEPS - Global Democratic Governance
Book title
Transfer in der Lehre: Zivilgesellschaftliches Engagement als Zumutung oder Chance für die Hochschulen?
Publisher
transcript
Start page
123
End page
135
Subject(s)
Eprints ID
265842
File(s)![Thumbnail Image]()
Name
Eckl.2020_.Dritte.Mission..als.Nebeneffekt.gaengiger.Taetigkeiten_&_Titelei_Transfer.in.der.Lehre.pdf
Size
473.36 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
2072bebb42aa160a643426bafb0db5dc