Verbote geschlechtergerechter Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Erfahrungsaustausch und Strategien für ein gemeinsames Vorgehen
Type
conference contribution
Date Issued
2024-05-24
Author(s)
Abstract (De)
In Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen für die Anerkennung eines Geschlechtseintrags, der über einen Geschlechterdualismus hinaus geht: In Österreich bestehen nunmehr sechs Möglichkeiten hierfür, in Deutschland ist die Kategorie divers eingeführt worden und die Schweiz beharrt auf einem Geschlechterdualismus – jedoch ist hier die Namensänderung für trans Personen erheblich erleichtert worden.
In allen drei Ländern sehen sich die Gesellschaft, die Hochschulen und die Gender Studies derzeit mit politischen Bestrebungen konfrontiert, Erlasse gegen geschlechtergerechte Sprache und das Verbot von geschlechterinklusiven Sonderzeichen durchzusetzen. In Hessen (März 2024) und Bayern (März 2024) sind solche Erlasse bereits umgesetzt, im Bundesland Niederösterreich werden ebenfalls alle Sonderzeichen („Gender-Stern“, „Gender-Gap“, „Gender-Doppelpunkt“ und „Binnen-I“) seit Sommer 2023 verboten. In der Schweiz hat eine Vertreterin der Partei SVP (rechtsaußen) in einer Allianz mit Mitte- und SP-Vertreter*innen das direktdemokratische Instrument der Volksinitiative ergriffen, um die in der Stadt Zürich in der Verwaltung eingeführten geschlechterinklusiven Sonderzeichen per Volksabstimmung zu verbieten. Die Initiative steht noch aus – aber es ist zu befürchten, dass sie Erfolg haben könnte.
In diesem Workshop möchten wir die Perspektiven aus den drei Ländern zusammenführen:
1) Welche rhetorischen Strategien werden in den jeweiligen Ländern von den Gegner*innen geschlechtergerechter Sprache verwendet?
2) Welche länderspezifischen, rechtlichen Grundlagen bestehen, um diesen Rhetoriken zu begegnen?
3) Welche Rolle spielt der Rat für deutsche Rechtschreibung und welche Funktion wird ihm in den jeweiligen Ländern zugeschrieben (falls überhaupt)?
4) Welche Stellungnahmen gibt es von politischer Seite in den jeweiligen Ländern – wie argumentieren sie?
5) Welche Strategien/Argumente können die Gender Studies wie nutzen, um diesen Initiativen und Erlassen etwas entgegenzusetzen und geschlechtergerechte Sprache zu stärken?
Ablauf:
Teil 1
Länderperspektive Deutschland, 10 Minuten Input:
Hanna Haag, Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen
Johanna Leinius und Mayte Zimmermann, Cornelia Goethe Centrum
Länderperspektive Österreich, 10 Minuten Input:
Michaela Gindl, Stabsstelle für Gleichstellung, Gender und Diversität, Universität für Weiterbildung Krems
Länderperspektive Schweiz, 10 Minuten Input:
Christa Binswanger, Gender & Diversity, SHSS, Universität St.Gallen
Teil 2: Öffnung zu den Teilnehmenden:
Entwickeln gemeinsamer Strategien und Argumente, um geschlechtergerechte Sprache zu stärken
In allen drei Ländern sehen sich die Gesellschaft, die Hochschulen und die Gender Studies derzeit mit politischen Bestrebungen konfrontiert, Erlasse gegen geschlechtergerechte Sprache und das Verbot von geschlechterinklusiven Sonderzeichen durchzusetzen. In Hessen (März 2024) und Bayern (März 2024) sind solche Erlasse bereits umgesetzt, im Bundesland Niederösterreich werden ebenfalls alle Sonderzeichen („Gender-Stern“, „Gender-Gap“, „Gender-Doppelpunkt“ und „Binnen-I“) seit Sommer 2023 verboten. In der Schweiz hat eine Vertreterin der Partei SVP (rechtsaußen) in einer Allianz mit Mitte- und SP-Vertreter*innen das direktdemokratische Instrument der Volksinitiative ergriffen, um die in der Stadt Zürich in der Verwaltung eingeführten geschlechterinklusiven Sonderzeichen per Volksabstimmung zu verbieten. Die Initiative steht noch aus – aber es ist zu befürchten, dass sie Erfolg haben könnte.
In diesem Workshop möchten wir die Perspektiven aus den drei Ländern zusammenführen:
1) Welche rhetorischen Strategien werden in den jeweiligen Ländern von den Gegner*innen geschlechtergerechter Sprache verwendet?
2) Welche länderspezifischen, rechtlichen Grundlagen bestehen, um diesen Rhetoriken zu begegnen?
3) Welche Rolle spielt der Rat für deutsche Rechtschreibung und welche Funktion wird ihm in den jeweiligen Ländern zugeschrieben (falls überhaupt)?
4) Welche Stellungnahmen gibt es von politischer Seite in den jeweiligen Ländern – wie argumentieren sie?
5) Welche Strategien/Argumente können die Gender Studies wie nutzen, um diesen Initiativen und Erlassen etwas entgegenzusetzen und geschlechtergerechte Sprache zu stärken?
Ablauf:
Teil 1
Länderperspektive Deutschland, 10 Minuten Input:
Hanna Haag, Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen
Johanna Leinius und Mayte Zimmermann, Cornelia Goethe Centrum
Länderperspektive Österreich, 10 Minuten Input:
Michaela Gindl, Stabsstelle für Gleichstellung, Gender und Diversität, Universität für Weiterbildung Krems
Länderperspektive Schweiz, 10 Minuten Input:
Christa Binswanger, Gender & Diversity, SHSS, Universität St.Gallen
Teil 2: Öffnung zu den Teilnehmenden:
Entwickeln gemeinsamer Strategien und Argumente, um geschlechtergerechte Sprache zu stärken
Language
German
Event Title
22. Arbeitstagung der Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum
Event Location
Freie Universität Berlin
Event Date
23. bis 24. Mai 2024
Contact Email Address
christa.binswanger@unisg.ch