Wirre Vorwürfe und Widersprüche
Type
newspaper article
Date Issued
2025-03-24
Author(s)
Abstract
Achtung vor der Langeweile Ralf Rothmann schreibt neun Variationen über die Einsamkeit PAUL JANDL Allein sein kann man ganz allein, einsam wird man durch die anderen. Damit könnte man Ralf Rothmanns neuen Erzählband, «Museum der Einsamkeit», aphoristisch zusammenfassen. In diesen Geschichten sind die Menschen in Gesellschaft und doch ausgeschlossen. Ein frühpensionsreifer Maurer unter stählern vor sich hinarbeitenden Kollegen, ein schwuler Lehrling in einem Ausbildungsinternat der siebziger Jahre, ein hochbegabtes, klavierspielendes Kind in einer Ruhrpott-Grundschule. Sie leiden an ihrem Leben, es wäre vielleicht eine Rolle der Literatur, ihnen und ihresgleichen aufzuhelfen. Leider scheitert dieses sonderbare Museum der Einsamkeit ausgerechnet daran, dass es selbst ziemlich museal ist. Es ist voller abgedroschener Wendungen und Klischees. So weiss man bis zum Schluss nicht, ob hier die Sozialromantik aus dem Ruder läuft oder das Erzählte schon in Zynismus kippt.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Publisher
Neue Zürcher Zeitung
Publisher place
Zürich
Start page
29
End page
29
Pages
1
Subject(s)
Division(s)
File(s)![Thumbnail Image]()
open.access
Name
Wirre Vorwürfe und Widersprüche NZZ_24.03.2025.pdf
Size
140 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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