Russische Lebenswelten in Paris Vor den Sowjets geflohene Russen fanden ihr Exil in der Zwischenkriegszeit oftmals an der Seine
Type
newspaper article
Date Issued
2026-02-07
Author(s)
Abstract
Nach dem Sieg der Bolschewiki im russischen Bürgerkrieg übersiedelten zahlreiche russische Intellektuelle nach Paris. Die Hauptstadt an der Seine war attraktiv, weil die gehobenen Schichten im Zarenreich selbstverständlich Französisch sprachen. Viele Aristokraten und Bürgerliche hatten ihr Vermögen in den Revolutionswirren verloren und sahen sich nun mit einem massiven sozialen Abstieg konfrontiert. Ehemalige Generäle fuhren Taxi, verarmte Adlige gaben Tennisunterricht, enteignete Gutsbesitzer arbeiteten in den Autofabriken von Boulogne-Billancourt. Umso energischer schufen sich die exilierten Russen ihre eigenen Kulturforen: Es gab ein reiches Angebot an Lesungen, Ausstellungen, Theatervorstellungen. Gleichzeitig entstanden Verlage und Zeitschriften, in denen die unterschiedlichsten ideologischen Richtungen zu Wort kamen. Gerade dieses geballte kulturelle Engagement erweckte bei vielen Franzosen den Eindruck einer «massenhaften» russischen Präsenz in Paris. Der Schein trog jedoch: Bei einer Gesamtbevölkerung von etwa drei Millionen machten die russischen Migranten gerade einmal 35 000 aus, also nur wenig mehr als ein Prozent.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Refereed
No
Publisher
Neue Zürcher Zeitung
Publisher place
Zürich
Start page
49
End page
49
Pages
1
Subject(s)
Division(s)
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open.access
Name
Russische Lebenswelten in Paris_NZZ 7.2.26.pdf
Size
92.62 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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