Cyberflashing: Zur Strafbarkeit des unaufgeforderten Versendens von Dickpics
Journal
AJP Aktuelle Juristische Praxis
ISSN
1660-3362
Type
journal article
Date Issued
2026
Author(s)
Abstract (De)
Die Strafbarkeit des unaufgeforderten Versendens von Dickpics als spezifische Erscheinungsform des Cyberflashing wird in der jüngsten Literatur bestritten. Kritiker argumentieren, es handle sich zum einen nicht um Pornografie, sondern bloss um «anatomische Abbildungen». Zum anderen mangle es dem elektronischen Versand solcher Bilder an der für eine sexuelle Belästigung oder exhibitionistische Handlung erforderlichen Unmittelbarkeit. Dieser Einordnung ist zu widersprechen. Abbildungen primärer Geschlechtsteile weisen regelmässig eine klare sexuelle Konnotation auf und wirken belästigend. Zudem wurde mit der Revision des Sexualstrafrechts in Anbetracht digitaler Begehungsformen in Art. 198 StGB das Kriterium der Unmittelbarkeit aufgegeben. Mehrere Strafnormen können einschlägig sein, wobei aufgrund der Konkurrenz der konkrete Charakter des Cyberflashing massgeblich ist. Eine Strafbarkeitslücke besteht indes nicht.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Refereed
Yes
Publisher
DIKE Verlag
Volume
2/2026
Start page
171
End page
181
Subject(s)
Division(s)
File(s)![Thumbnail Image]()
open.access
Name
Signer_Werro_Simmler_AJP_2026-2_171-181.pdf
Size
543.16 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
747eeb5e85e5820768ada19b34c84d0c