Unternehmerische Freiheit, Selbstbindung und politische Mitverantwortung. Perspektiven republikanischer Unternehmensethik
Series
Schriftenreihe des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik dnwe
ISBN
3-87988-349-1
Type
book
Date Issued
1999
Editor(s)
Abstract (De)
Für die grösstmögliche persönliche und unternehmerische Freiheit sind im Prinzip (fast) alle. Doch die Rückseite der Münze der Freiheit heisst autonome Selbstverantwortung und Mitverantwortung für die "Res publica", die öffentliche Sache des gerechten und solidarischen Zusammenlebens. Die Bedeutung dieser Einsicht wächst angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Globalisierungsdynamik: Im internationalen Wettbewerb der Standorte und der Rahmenordnungen sind in den meisten Ländern Prozesse der Deregulierung der Märkte in Gang gekommen. Die "global players" entwachsen auf immer mehr Gebieten der Reichweite nationaler Ordnungspolitik. Supranationale Ordnungskräfte, die zur Sicherung eines human-, sozial- und umweltverträglichen globalen Wettbewerbs wirkungsvoll an deren Stelle treten könnten, sind vorerst höchstens in Teilbereichen in Sicht. Kann und soll in dieser Situation die rechtliche Fremdbindung vermehrt durch die ethische Selbstbindung unternehmerischen Handelns ergänzt oder gar ersetzt werden? Wieweit reicht die gesellschaftliche und politische Mitverantwortung der Privatwirtschaft, deren Auswirkungen bekanntlich nicht immer "privat" bleiben? Wie verträgt sich die ethische Selbstbegrenzung der Unternehmung mit ihrer strategischen Selbstbehauptung im Markt? Ohne ein politisch-philosophisch und wirtschaftsethisch reflektiertes Verständnis von unternehmerischer Freiheit und Verantwortung lassen sich diese für die Weiterentwicklung marktwirtschaftlicher Wirtschaftsordnungen vielleicht entscheidenden Fragen nicht in tragfähiger Weise beantworten. Unzureichend ist dafür jener pure Wirtschaftsliberalismus, der das Leitbild einer demokratischen Gesellschaft freier und gleichberechtigter Bürger auf die Idee des "freien Marktes" verkürzt. Ein wohlverstandener Freiheitsbegriff ist nur auf der Grundlage des modernen philosophischen und politischen Liberalismus zu begründen. Zur Klärung der aufgeworfenen Fragen ist es deshalb vordringlich geworden, dass die Wirtschaftsethik vermehrt die Ergebnisse der aktuellen, spannenden Debatte in der politischen Philosophie um die zeitgemässe Konzeption einer wohlgeordneten Gesellschaft freier und gleichberechtigter Bürger aufgreift. In dieser Debatte gewinnt derzeit eine traditonsreiche, aber zeitweise etwas vernachlässigte Position zunehmend an Profil: die des politisch-philosophischen Republikanismus, verstanden als notwendige "Beimischung" eines tragfähigen Liberalismus.
Der Aufarbeitung dieser Fragen war die von den Herausgebern konzipierte Jahrestagung 1998 des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik (dnwe) gewidmet. Der Band präsentiert ausgewählte Beiträge, die sich zu einem ebenso systematischen wie interessanten Gesamtbild ergänzen.
Der Aufarbeitung dieser Fragen war die von den Herausgebern konzipierte Jahrestagung 1998 des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik (dnwe) gewidmet. Der Band präsentiert ausgewählte Beiträge, die sich zu einem ebenso systematischen wie interessanten Gesamtbild ergänzen.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Refereed
No
Publisher
Rainer Hampp
Publisher place
München/Mering
Number
4
Start page
177
Subject(s)
Eprints ID
11683