Eine Sekundäranalyse der eidgenössischen Abstimmung vom 6. Dezember 1992 über den EWR-Vertrag
Series
Beiträge und Berichte des Instituts für Politikwissenschaft der Universität St. Gallen
Type
working paper
Date Issued
1993
Author(s)
Abstract (De)
Die Aggregatdatenanalyse für den Kanton St. Gallen hat die Bedeutung ökonomischer Faktoren für das Abstimmungsverhalten bekräftigt. Entgegen den Autoren der VOX-Analyse bin ich der Ansicht, dass nicht tiefverankerte Mythen oder das Misstrauen in die Regierung, sondern die schwierige Bewertung der ökonomischen Folgen des EWR
und der Elitendissens in der Deutschschweiz Hauptgründe für die Ablehnung der Vorlage waren.
Die zerstrittene politische Elite in der Deutschschweiz hat die Stimmbürgerschaft verunsichert und vor allem bei den unteren sozialen Schichten und den Selbständigerwerbenden die Meinung nicht ausräumen können, sie würden zu den ökonomischen Verlierern des EWR gehören.
Die Unterschiede der Abstimmungsergebnisse in den Sprachregionen erklären sich aus den kommunikativen Prozessen, die innerhalb der Landesteile während der Abstimmungskampagne abgelaufen sind. Der weitgehend einigen politischen Elite in der Westschweiz ist es gelungen, alle Teile der Stimmbürgerschaft von den positiven
ökonomischen Auswirkungen des EWR zu überzeugen.
Falls der Bundesrat das eingangs erwähnte Urteil des Leserbriefschreibers über politologische Analysen nicht teilt und er mich nach den Erfolgsaussichten einer zweiten EWR-Abstimmung fragen würde, dann würde aufgrund meiner Analyse folgende Antwort geben: Aussicht auf Erfolg hat die Abstimmung, wenn folgende
Voraussetzung erfüllt sind:
1) Elitenkonsens in der deutschen Schweiz;
2) erfolgreiche Überzeugungsarbeit in der deutschen Schweiz in der Richtung, dass der EWR auch für die unteren sozialen Schichten und für die Selbständigerwerbenden positive ökonomische Auswirkungen hat.
und der Elitendissens in der Deutschschweiz Hauptgründe für die Ablehnung der Vorlage waren.
Die zerstrittene politische Elite in der Deutschschweiz hat die Stimmbürgerschaft verunsichert und vor allem bei den unteren sozialen Schichten und den Selbständigerwerbenden die Meinung nicht ausräumen können, sie würden zu den ökonomischen Verlierern des EWR gehören.
Die Unterschiede der Abstimmungsergebnisse in den Sprachregionen erklären sich aus den kommunikativen Prozessen, die innerhalb der Landesteile während der Abstimmungskampagne abgelaufen sind. Der weitgehend einigen politischen Elite in der Westschweiz ist es gelungen, alle Teile der Stimmbürgerschaft von den positiven
ökonomischen Auswirkungen des EWR zu überzeugen.
Falls der Bundesrat das eingangs erwähnte Urteil des Leserbriefschreibers über politologische Analysen nicht teilt und er mich nach den Erfolgsaussichten einer zweiten EWR-Abstimmung fragen würde, dann würde aufgrund meiner Analyse folgende Antwort geben: Aussicht auf Erfolg hat die Abstimmung, wenn folgende
Voraussetzung erfüllt sind:
1) Elitenkonsens in der deutschen Schweiz;
2) erfolgreiche Überzeugungsarbeit in der deutschen Schweiz in der Richtung, dass der EWR auch für die unteren sozialen Schichten und für die Selbständigerwerbenden positive ökonomische Auswirkungen hat.
Language
German
Keywords
Volksabstimmung
EWR
EWR-Vertrag
Abstimmungsverhalten
Schweiz
HSG Classification
contribution to scientific community
HSG Profile Area
SEPS - Global Democratic Governance
Publisher
Institut für Politikwissenschaft der Universität St. Gallen
Publisher place
St. Gallen
Number
206
Pages
25
Subject(s)
Division(s)
Eprints ID
251628
File(s)![Thumbnail Image]()
open.access
Name
Silvano Moeckli Eine Sekundäranalyse 1993.pdf
Size
1.63 MB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
dc4bf9b377859ae62f27d2eac4804446