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  4. Kann die in ihrem Kern anthropozentrische Diskursethik auch der Natur zu ihrem Recht verhelfen?
Details

Kann die in ihrem Kern anthropozentrische Diskursethik auch der Natur zu ihrem Recht verhelfen?

Type
working paper
Date Issued
1991-01-01
Author(s)
Rohn, Zeno
Abstract (De)
Auch Ökonomen setzen sich zunehmend mit Ethikkonzeptionen auseinander, die einen Abbau der negativen Externalitäten wirtschaftlichen Handelns intendieren. Symptomatisch für die negativen Externalitäten wirtschaftlichen Handelns sind einerseits eine gesamtgesellschaftlich festellbare Sinnkrise und andererseits die Zerstörung von Natur. Die Dynamisierung des Prozesses der Naturzerstörung ist nun nicht nur auf einen erhöhten menschlichen Stoffwechsel mit Natur zurückzuführen, sondern in steigendem Mass auch auf ein technikverstärktes Handeln in die Natur, das den "Umbau von Natur" bezweckt. Die zentrale These dieses Beitrags geht dahin, dass die kommunikative Ethik in Bezug auf die veränderte Qualität eines menschlichen Handelns in die Natur unzureichend ist. Denn die Technik hat in einer "unheilvollen" Allianz mit den Naturwissenschaften ihre traditionelle Domaine des Herstellens verlassen, um nunmehr gewaltsam "in die Natur hinein zu handeln". Die gewaltsame Umformung von Natur, z.B. durch Gentechnik und Biotechnologie, könnte als Verletzung einer potentiellen Eigenwertigkeit von Natur gesehen werden. Ein solcher Eigenwert müsste aber nach dem modernen nachmetaphysischen Denken erst einmal begründet werden. Die Begründung von Wert ist jedoch in der kommunikativen Ethik systematisch ausgeschlossen, so dass die Natur in der kommunikativen Ethik nur indirekt über handlungsleitende Normen bzw. über die Festlegung von Zwecken vorkommen kann. Die in einer kommunikativ-ethischen Praxis festgelegten Normen und Zwecke werden aber letztlich immer an zeit- und kulturspezifisch geprägten menschlichen Bedürfnissen und Nutzenerwägungen orientiert sein, d.h. eine wertneutralisierte Natur ist der m.E. beliebigen Verfügung und experimentellen Manipulation durch den Menschen ausgesetzt. Die unzureichende Leistungsfähigkeit der kommunikativen Ethik zur Regulierung eines technikverstärkten Handelns in die Natur veranlasse dazu, eine Ergänzung der kommunikativen Ethik durch eine substantielle Ethik zu bedenken. Dabei wird zunächst die Funktion einer substantiellen Ethik skizziert. Es soll zudem gezeigt werden, dass eine widerspruchsfreie Komplementärbeziehung zwischen kommunikativer Ethik und substantieller Ethik grundsätzlich herstellbar ist. Die Frage nach der Möglichkeit einer Begründung eines substantiellen Eigenwertes von Natur, so wie er in einer "substantiellen Naturrechtsethik" geleistet werden sollte, kann nur in zwei kontroversen Positionen angedacht werden.
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
URL
https://www.alexandria.unisg.ch/handle/20.500.14171/64926
Subject(s)

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Eprints ID
17412
Support
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