Unternehmensführung in der ökologischen Krise. Überlegungen zu einer Dichotomisierung "umwelt"-bewussten Managements
Type
working paper
Date Issued
1990-01-01
Author(s)
Kuhn, Thomas
Abstract (De)
Conditio sine qua non unternehmerischen Handelns unter marktwirtschaftlichen Bedingungen ist das Streben nach (maximalen) Gewinnen. Wie die reale Entwicklung zeigt, ist dieses einzelwirtschaftliche Movens des ökonomischen Systems allerdings begleitet von zunehmenden ökologisch-negativen "externen Effekten". In dem Masse wie diese Risiken öffentlich wahrgenommen werden und als "Wertewandel" Handlungsrelevanz erlangen, verändern sich die Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns fundamental: Märkte, Ordnungspolitik und subpolitische Ansprüche an die Unternehmen werden zusehens "ökologischer"(2). Je nachdem ob die Entscheidungsträger im Unternehmen derlei Veränderungen als systerndestabilisierende und unsachgemässe Interventionen oder aber als problernadäquate und lebensweltlich-rationale Suppositionen bewerten, je nach (unternehmensspezifischer) "Management-Philosophie" also, sind zwei divergierende und auf völlig anderen normativen Fundamenten basierende Strategiekonzeptionen zur Unternehmensführung in der ökologischen Krise zu unterscheiden: - Eine "zielmonistische" Konzeption, die sich Ale-in dem unternehmerischen Gewinnziel verpflichtet fühlt, sub-/politische Veränderungen in der Untemehmensumwelt wegen ihrer ökonomischen Risiken konterkariert und dem Problem einer gesellschaftlichrationalen Auflösung der Spannung zwischen Ökonomie und Ökologie im weiteren gleichgültig gegenübersteht (3). - Eine "zieldualistische" Konzeption, die sich dem untemehmerischen Gewinnziel verpflichtet fühlt und gleichzeitig der Verantwortung des Unternehmers gegenüber der Gesellschaft und Natur in ethisch-aufgeklärter Weise nachzukommen intendiert (4). Abschliessend wird der Annahme, wonach "zieldualistische" Unternehmensführung zwangsläufig auf eine `Ethik der roten Zahlen" hinauslaufen müsse, argumentativ der Boden entzogen. Beide Varianten einer strategischen Unternehmensführung können betriebswirtschaftlich sehr erfolgreich sein, jedoch nur die ethisch-aufgeklärte Variante vermag eine gesellschaftlich-rationale Bearbeitung der ökologischen Herausforderung zu leisten (5).
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
Subject(s)
Eprints ID
17276