Spannungsfelder der Wirtschaftsethik. Überlegungen zu gegensätzlichen Grundstrukturen
Type
working paper
Date Issued
1989-01-01
Author(s)
Buescher, Martin
Abstract (De)
Die Frage nach dem guten Wirtschaften und der Rolle und den Auswirkungen der Wirtschaft in der modernen Industriegesellschaft wird derzeit ebenso drängend wie in ihren Dimensionen vielfältig gestellt. Aber was eigentlich umfasst das Thema Wirtschaftsethik und was macht klare und eindeutige Bestimmungen so schwierig ? Haltungen zu zeitgenössischer Wirtschaftsethik sind nebeneinander zu finden, die nahezu entgegengesetzte Erwartungen beinhalten: Wirtschaftsethik aus der Sicht vieler Ökonomen als die moralisierende, "schöngeistige" Instanz, die doch eigentlich mit der Wirtschaft gar nichts zu tun hat oder im Gegensatz dazu Wirtschaftsethik als wirtschaftskritische Disziplin, in der über grundlegende Werte scheinbar nicht mehr gestritten werden muss. Wirtschaftsethik also für ökonomische Schöngeister oder für Fundamentalkritiker an aller Ökonomie? Da Wirtschaftsethik als wissenschaftliche Disziplin per se einen geisteswissenschaftlichen und einen wirtschaftswissenschaftlichen Blickwinkel mit eigenen Selbstverständlichkeiten beinhaltet, bestehen (jeweils fast trivial erscheinende) gegensätzliche Erwartungen durch spezifisches Wissen, Traditionen und zugrunde liegende Werte der zurechenbaren Disziplinen. Ähnliche Gegensätze scheinen auch für die alltäglichen praktischen Erfahrungen in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen Gültigkeit zu besitzen. So wie jeder gute Arzt vor Diagnose und Therapie ausführlich Anamnese betreibt, werden vor einer Besetzung des Begriffes "Wirtschaftsethik" einige der Spannungen und Gegensätze, die in wirtschaftsethischen Fragenstellungen ihren Ausdruck finden, dargestellt.
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
Subject(s)
Eprints ID
17580