Wenn Poesie konkret wird : Der Österreicher Gerhard Rühm über Sprache und Dichtung
Journal
Neue Zürcher Zeitung
ISSN
0376-6829
Type
newspaper article
Date Issued
2009-02-11
Author(s)
Abstract (De)
Die sogenannte konkrete Poesie, deren hohe Zeit um ein halbes Jahrhundert zurückliegt, dürfte der letzte literarische Epochenstil gewesen sein, der sich im Nachgang zur klassischen Moderne als Avantgardebewegung auf internationaler Ebene durchzusetzen vermochte - von Wien und Prag via Stuttgart bis nach São Paulo reichte deren Netzwerk, und es ist heute, da das landläufige Gedicht erneut vom einst totgesagten lyrischen Ich beherrscht wird, kaum noch nachvollziehbar, dass eine theoretisch so anspruchsvolle, inhaltlich so unergiebige, der Form nach so minimalistische Textkunst in den sechziger, siebziger Jahren für ein verhältnismässig breites Publikum attraktiv sein konnte. In Literaturzeitschriften und -verlagen, auch im Feuilleton markierten damals die «Konkreten» mit Namen wie Gomringer und Grögerová, Garnier, Jandl oder de Campos autoritative Präsenz. Durch die Vergabe des Georg-Büchner-Preises an Helmut Heissenbüttel, 1969 in Darmstadt, wurde der konkreten Poesie öffentlich Konsensfähigkeit bescheinigt.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Refereed
No
Publisher
Neue Zürcher Zeitung
Publisher place
Zürich
Volume
230
Number
34
Start page
45
Subject(s)
Division(s)
Eprints ID
206842