Beatmungsfälle und Beatmungsdauer in deutschen Krankenhäusern - Eine Analyse von DRG-Anreizen und Entwicklungen in der Beatmungsmedizin
Journal
Working Papers in Health Policy and Management
ISSN
2197-8123
ISSN-Digital
1867-6287
Type
working paper
Date Issued
2013-09
Author(s)
Abstract (De)
Hintergrund:
Seit 2003/2004 werden die in deutschen Krankenhäusern erbrachten Leistungen gegenüber den Krankenkassen mit DRG-basierten Fallpauschalen abgerechnet. Wie auch bei der zuvor eingesetzten Vergütung nach tagesgleichen Pflegesätzen bietet das DRG-basierte Fallpauschalensystem spezifische Anreize für die Krankenhäuser. Die Beatmung von Patienten und ihre Dauer stehen dabei immer wieder in Verdacht als erlössteigernde Prozedur zu Unrecht kodiert bzw. unnötig
lange durchgeführt zu werden.
Ziel:
Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Anreize der DRG-basierten Vergütung in Hinblick auf die Beatmungsbehandlung zu untersuchen und Faktoren zu identifizieren, die in der Lage sind, die Zunahme der Beatmungsfälle in den vergangenen Jahren zu erklären.
Methodik:
Zur Beantwortung dieser Fragen wurden Daten der DRG-Statistik des Statistischen Bundesamts und vom InEK veröffentlichte Daten in Hinblick auf die Entwicklung der Beatmungspatienten, der Beatmungsstunden, der Altersverteilung und der Beatmungs-DRGs mit den Methoden der deskriptiven und schließenden Statistik untersucht. Weiterhin wurden die Definitionen der Beatmungs-DRGs und die Veränderungen in der Beatmungsmedizin im Verlauf der Jahre 2005–2010 verglichen.
Ergebnisse:
Seit Einführung der DRGs haben Beatmungsstunden und Beatmungspatienten bei gleichzeitig rückläufiger Mortalität zugenommen. Im gleichen Zeitraum setzte sich eine weniger invasive Beatmungsbehandlung durch. Die Altersverteilung hat sich zu höheren Altersgruppen hin verschoben.
Diskussion:
Fortschritte in der Beatmungsmedizin führen dazu, dass durch eine weniger komplikationsbehaftete Behandlung beatmungspflichtige Patienten bei gleichzeitig verbessertem Überleben schonender beatmet werden können. Nachhaltige Hinweise auf eine Ausrichtung der Beatmungsdauer an den gruppierungsrelevanten Beatmungsintervallen fanden sich nicht. Hingegen besteht die Vermutung, dass stationsinterne Abläufe einen erheblichen Einfluss auf die Beendigung der Beatmungsbehandlung ausüben.
Empfehlungen:
Weitere Untersuchungen, die die Verteilung der Beatmungsdauer innerhalb der Beatmungs-DRGs untersuchen, sollten durchgeführt werden.
Seit 2003/2004 werden die in deutschen Krankenhäusern erbrachten Leistungen gegenüber den Krankenkassen mit DRG-basierten Fallpauschalen abgerechnet. Wie auch bei der zuvor eingesetzten Vergütung nach tagesgleichen Pflegesätzen bietet das DRG-basierte Fallpauschalensystem spezifische Anreize für die Krankenhäuser. Die Beatmung von Patienten und ihre Dauer stehen dabei immer wieder in Verdacht als erlössteigernde Prozedur zu Unrecht kodiert bzw. unnötig
lange durchgeführt zu werden.
Ziel:
Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Anreize der DRG-basierten Vergütung in Hinblick auf die Beatmungsbehandlung zu untersuchen und Faktoren zu identifizieren, die in der Lage sind, die Zunahme der Beatmungsfälle in den vergangenen Jahren zu erklären.
Methodik:
Zur Beantwortung dieser Fragen wurden Daten der DRG-Statistik des Statistischen Bundesamts und vom InEK veröffentlichte Daten in Hinblick auf die Entwicklung der Beatmungspatienten, der Beatmungsstunden, der Altersverteilung und der Beatmungs-DRGs mit den Methoden der deskriptiven und schließenden Statistik untersucht. Weiterhin wurden die Definitionen der Beatmungs-DRGs und die Veränderungen in der Beatmungsmedizin im Verlauf der Jahre 2005–2010 verglichen.
Ergebnisse:
Seit Einführung der DRGs haben Beatmungsstunden und Beatmungspatienten bei gleichzeitig rückläufiger Mortalität zugenommen. Im gleichen Zeitraum setzte sich eine weniger invasive Beatmungsbehandlung durch. Die Altersverteilung hat sich zu höheren Altersgruppen hin verschoben.
Diskussion:
Fortschritte in der Beatmungsmedizin führen dazu, dass durch eine weniger komplikationsbehaftete Behandlung beatmungspflichtige Patienten bei gleichzeitig verbessertem Überleben schonender beatmet werden können. Nachhaltige Hinweise auf eine Ausrichtung der Beatmungsdauer an den gruppierungsrelevanten Beatmungsintervallen fanden sich nicht. Hingegen besteht die Vermutung, dass stationsinterne Abläufe einen erheblichen Einfluss auf die Beendigung der Beatmungsbehandlung ausüben.
Empfehlungen:
Weitere Untersuchungen, die die Verteilung der Beatmungsdauer innerhalb der Beatmungs-DRGs untersuchen, sollten durchgeführt werden.
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Publisher
Universitätsverlag der Technischen Universität Berlin
Publisher place
Berlin
Number
7
Pages
81
Subject(s)
Contact Email Address
alexander.geissler@unisg.ch
Eprints ID
260925
File(s)![Thumbnail Image]()
open.access
Name
WPS_vol_7_final.pdf
Size
1.75 MB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
b7aa28ce70c1c44395776e40a1021a70