Soziale Selektion und Elitebildung am Beispiel des Einstiegsjahres an der Universität St.Gallen
Type
presentation
Date Issued
2013-06-27
Author(s)
Zwingenberger, Anja
Abstract (De)
Fragestellung
Das Interesse einer Klasse an der Weitergabe ihres Status' an die nachfolgende Generation (Reproduktion) führt nach Bourdieu (Bourdieu&Passeron, 1971) zu einer Ungleichheit beim Zugang und beim Verbleib in Universitäten.
Für die Wirtschaftseliten eines Landes gilt z.B. traditionell die Regel, dass in den führenden Industrieländern 80 bis 90 Prozent der Spitzenpositionen in den Grosskonzernen von Männern besetzt werden, die im jeweiligen Land geboren sind, dort einen Hochschulabschluss erworben haben und aus dem Bürger- oder Grossbürgertum stammen (Hartmann, 2009, S.71; vgl. David (et al.), 2012; s.a. Unterwegen, 2007). Eine schweizerische Ausbildungsstätte dieser Wirtschaftseliten ist die Universität St. Gallen (Dyllick&Torgler, 2007). Ziel der vorliegenden Studie ist die Abbildung der Selektions- und Integrationsprozesse am Beispiel des ersten Studienjahres. Konkret werden folgende Forschungsfragen adressiert:
1. Gibt es evidente und "verborgene" Selektionsmechanismen?
2. Mit welchen Merkmalen gehen sie einher?
3. Welches sind die am stärksten differenzierenden Faktoren?
Forschungskontext
"Studying privileged people is important because they create the ladder others must climb to move up in the world (Stevens, 2007, S.4)."
Um die Rekrutierung von Eliten zu ermöglichen, kann Selektion als gezieltes Eingreifen in den universitären Bildungsweg einer Person verstanden werden. In Kauf genommen wird damit zugleich, dass Ungleichheit erzeugt wird. Dieser Prozess basiert - oberflächlich betrachtet - auf objektiven Auswahlverfahren, ist jedoch von sozialen Determinanten mitbestimmt. Die vorliegende Analyse skizziert eine ungleichheitsbezogene, empirische und an Bourdieu orientierte Bildungsforschung (deutschsprachiger Überblick: Kramer&Helsper, 2011, englischsprachiger Überblick: Nathan, 2012).
Methodisches Vorgehen
Schriftliche Online-Vollbefragung der Assessmentstudierenden des Herbstsemesters 2011 .
Grundgesamtheit 1256 Studierende; Rücklauf 39,4 %.
Korrespondenzanalyse Studienerfolg.
Ergebnisse
Die Verschränkung unterschiedlicher Faktoren materieller Art mit Elementen sozialer, geschlechtlicher und kultureller Provenienz ist sehr ausgeprägt und dicht.
Das Interesse einer Klasse an der Weitergabe ihres Status' an die nachfolgende Generation (Reproduktion) führt nach Bourdieu (Bourdieu&Passeron, 1971) zu einer Ungleichheit beim Zugang und beim Verbleib in Universitäten.
Für die Wirtschaftseliten eines Landes gilt z.B. traditionell die Regel, dass in den führenden Industrieländern 80 bis 90 Prozent der Spitzenpositionen in den Grosskonzernen von Männern besetzt werden, die im jeweiligen Land geboren sind, dort einen Hochschulabschluss erworben haben und aus dem Bürger- oder Grossbürgertum stammen (Hartmann, 2009, S.71; vgl. David (et al.), 2012; s.a. Unterwegen, 2007). Eine schweizerische Ausbildungsstätte dieser Wirtschaftseliten ist die Universität St. Gallen (Dyllick&Torgler, 2007). Ziel der vorliegenden Studie ist die Abbildung der Selektions- und Integrationsprozesse am Beispiel des ersten Studienjahres. Konkret werden folgende Forschungsfragen adressiert:
1. Gibt es evidente und "verborgene" Selektionsmechanismen?
2. Mit welchen Merkmalen gehen sie einher?
3. Welches sind die am stärksten differenzierenden Faktoren?
Forschungskontext
"Studying privileged people is important because they create the ladder others must climb to move up in the world (Stevens, 2007, S.4)."
Um die Rekrutierung von Eliten zu ermöglichen, kann Selektion als gezieltes Eingreifen in den universitären Bildungsweg einer Person verstanden werden. In Kauf genommen wird damit zugleich, dass Ungleichheit erzeugt wird. Dieser Prozess basiert - oberflächlich betrachtet - auf objektiven Auswahlverfahren, ist jedoch von sozialen Determinanten mitbestimmt. Die vorliegende Analyse skizziert eine ungleichheitsbezogene, empirische und an Bourdieu orientierte Bildungsforschung (deutschsprachiger Überblick: Kramer&Helsper, 2011, englischsprachiger Überblick: Nathan, 2012).
Methodisches Vorgehen
Schriftliche Online-Vollbefragung der Assessmentstudierenden des Herbstsemesters 2011 .
Grundgesamtheit 1256 Studierende; Rücklauf 39,4 %.
Korrespondenzanalyse Studienerfolg.
Ergebnisse
Die Verschränkung unterschiedlicher Faktoren materieller Art mit Elementen sozialer, geschlechtlicher und kultureller Provenienz ist sehr ausgeprägt und dicht.
Language
German
Keywords
Selektion
Elitebildung
Assessmentjahr
HSG Classification
contribution to scientific community
HSG Profile Area
SHSS - Kulturen, Institutionen, Maerkte (KIM)
Refereed
No
Event Title
Kongress der schweizerischen Gesellschaft für Soziologie
Event Location
Bern
Subject(s)
Division(s)
Eprints ID
223362