Zwischen Barrikade und Salon : Ein russischer Freiheitskämpfer, dem der Erfolg versagt blieb - vor 200 Jahren wurde Alexander Herzen geboren
Journal
Neue Zürcher Zeitung : NZZ
ISSN
0376-6829
Type
newspaper article
Date Issued
2012-04-07
Author(s)
Abstract (De)
Im Oktober 1876 kommentierte Fjodor Dostojewski in seinem «Tagebuch eines Schriftstellers» einem der ersten Blogs der Weltliteratur den Selbstmord der siebzehnjährigen Lisa Herzen, die sich wegen einer unerwiderten Liebe mit Chloroform vergiftet hatte. Das Mädchen war einer Affäre des streitbaren russischen Publizisten Alexander Herzen (18121870) mit der Ehefrau seines Kampfgefährten Nikolai Ogarjow (18131877) entsprungen. Dostojewski analysierte ganz richtig, dass Lisa Herzen die Liebesenttäuschung nur zum Vorwand genommen hatte, ihren eigenen Lebensweg gar nicht erst anzutreten. Ihr Vater habe sein ganzes Leben dem politischen Kampf für Freiheit, Sozialismus und Demokratie gewidmet dieser Kampf könne aber für die nachgeborene Generation keinen exklusiven Lebenssinn mehr verbürgen. Lisa, die nicht einmal ihre Muttersprache richtig beherrscht habe, sei mit einer allumfassenden Negation der bestehenden Ordnung aufgewachsen, verfüge aber über keine positive Vision mehr.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Refereed
No
Publisher
Neue Zürcher Zeitung
Publisher place
Zürich
Volume
233
Number
82
Start page
62
Subject(s)
Eprints ID
211495
File(s)![Thumbnail Image]()
open.access
Name
2012_Schmid_NZZ_Gercen.pdf
Size
361.97 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
c57af170577b61358fe2b192119fb0ad